Was ist eine Capacity Option?

Joel Burghardt & Marcel Schorr

Eine Capacity Option ist eine spezielle Finanzierungsform, die vor allem in der Welt der Startup-Investments immer mehr an Bedeutung gewinnt. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff? In diesem Glossareintrag wollen wir genau das klären und die Besonderheiten sowie die Vorteile und Nachteile einer Capacity Option beleuchten.

Was versteht man unter einer Capacity Option?

Eine Capacity Option gibt Investoren das Recht, aber nicht die Pflicht, in der Zukunft in ein bestimmtes Startup zu investieren. Stellt euch das wie eine Art „Reservierung“ für künftige Missionen vor. Der Investor sichert sich sozusagen einen Platz an Bord, der ihm erlaubt, zu einem späteren Zeitpunkt Anteile am Startup zu erwerben. Häufig spielt dabei der Investitionszeitpunkt und die Unternehmensbewertung eine zentrale Rolle.

Ergänzende Informationen zum Thema
  • Im Venture-Markt werden Anschlussrechte statt separater Capacity-Optionen standardisiert; aktuelle Musterverträge fokussieren Pro-rata-, ROFR- und tranchenbasierte Finanzierungen.
  • Rechtlich sind Ausübungsbedingungen, Cap Table-Effekte, Verwässerungsschutz und Zustimmungsrechte vorab präzise festzulegen, sonst drohen Konflikte in Folgefinanzierungen.
  • Tranchen- und milestonebasierte Finanzierungen haben 2025/2026 an Bedeutung gewonnen und decken denselben Flexibilitätsbedarf oft praktikabler als Sonderoptionen ab.
  • Häufiger Fehler ist die zu starre Preisfestlegung vor der nächsten Runde; sie kann spätere Lead-Investoren abschrecken oder Down-Round-Spannungen verschärfen.
  • Für institutionelle Investoren steigt der Prüfaufwand, weil neue US-Regeln zu Auslandsinvestitionen und Datenzugriff Deal-Dokumente inzwischen mitprägen.
  • Praktisch sinnvoll sind klare Longstop-Daten, automatische Verfallsklauseln und Rangfolgeregeln, damit die Option spätere Finanzierungsdokumente nicht blockiert.
  • Gegenargument: Viele Fonds sichern sich Folgezugang bereits über Pro-rata oder Super-Pro-rata; eine zusätzliche Option erhöht Komplexität ohne zwingenden Mehrwert.

Wie funktioniert eine Capacity Option konkret?

Die Funktionsweise ist relativ einfach zu verstehen. Der Investor erhält eine Option, die ihm ermöglicht, innerhalb einer bestimmten Frist und zu zuvor definierten Konditionen in das Unternehmen zu investieren. Diese Konditionen umfassen häufig eine festgelegte Unternehmensbewertung, zu der der spätere Einstieg stattfinden soll. Sollte das Unternehmen in dieser Zeit deutlich wachsen und an Wert gewinnen, kann der Investor von der damals fixierten, oft günstigeren Bewertung profitieren.

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Was sind die Vorteile einer Capacity Option?

Für Investoren bietet diese Option mehrere Vorteile. Einer der größten ist der potenziell geringere Einstiegspreis im Vergleich zu einer zukünftigen Bewertung des Unternehmens. Das mindert das Risiko und erhöht die Gewinnspanne. Startups wiederum profitieren von der Liquiditätssicherung, da durch die Option möglicherweise bald neues Kapital ins Haus steht. Zudem können Investoren, ohne direkten Druck, für eine Investition die Marktentwicklung und Unternehmensperformance abwarten.

Gibt es auch Nachteile bei der Nutzung einer Capacity Option?

Natürlich gibt es auch Schattenseiten. Der Hauptnachteil für den Investor besteht darin, dass eventuell nie der optimale Zeitpunkt kommt, um die Option auszuüben. In solch einem Fall geht eine potenziell lukrative Investitionsmöglichkeit verloren. Für das Startup besteht das Risiko, dass sich die Rahmenbedingungen ändern und die ursprünglich festgelegten Konditionen für eine zukünftige Finanzierungsrunde nicht mehr attraktiv sind.

Inwiefern unterscheidet sich eine Capacity Option von anderen Investitionsformen?

Eine Capacity Option hat Ähnlichkeiten zu Optionsscheinen im Wertpapierhandel, unterscheidet sich jedoch wesentlich durch den Kontext des Startup-Investments. Anders als bei üblichen Beteiligungsmodellen, wo Kapital sofort geflossen ist, kauft hier der Investor quasi eine Möglichkeit für künftige Investition. Damit unterscheidet sie sich auch deutlich von Convertible Notes oder klassischen Aktienkäufen.

In welchen Situationen macht der Einsatz einer Capacity Option besonders Sinn?

Eine Capacity Option zeigt sich besonders nützlich in sehr frühen Phasen eines Startups, wo Unsicherheit und Risiko noch hoch sind. Sie erlaubt Investoren, sich strategische Investitionsmöglichkeiten offen zu halten, ohne sich sofort festzulegen. Auch bei unsicheren Marktsituationen oder bevorstehenden großen Entwicklungsschritten eines Unternehmens kann diese Form der Option von Vorteil sein.

Danach wird auch oft gesucht:

Equity Crowdfunding, Seed-Finanzierung, Venture Capital, Convertible Notes, Series A Funding, Pre-Seed, Business Angel, Exit-Strategie, Due Diligence, Frühphasenfinanzierung

Joel Burghardt & Marcel Schorr

Joel Burghardt ist SEO-Experte mit Fokus auf schnelle Umsetzung und skalierbare Wachstumsstrategien. Marcel Schorr bringt umfangreiche Erfahrung in der Unternehmensentwicklung, im (IT-) Projektmanagement und in der Führung interdisziplinärer Teams mit.

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