Was ist der Current Ratio?

Joel Burghardt & Marcel Schorr

Beim Blick auf Finanzen eines Startups kommt man um den Begriff „Current Ratio“ nicht herum. Dieses Verhältnis verrät viel über die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens und ist gerade für Investoren von großem Interesse.

Wie wird der Current Ratio berechnet?

Die Berechnung ist einfach: Aktiva geteilt durch kurzfristige Verbindlichkeiten. Das Ergebnis zeigt, wie gut ein Unternehmen seine kurzfristigen Schulden mit seinem Umlaufvermögen bezahlen kann. Anders formuliert: Ein Current Ratio von 2 bedeutet, dass das Unternehmen doppelt so viele kurzfristige Vermögenswerte wie Schulden hat. Klingt einfach? Ist es auch.

Ergänzende Informationen zum Thema

Ein häufiger Fehler ist, die Kennzahl ohne Abgrenzung zu betrachten; fällige Kreditlinien und Covenants entscheiden oft stärker über akute Liquidität als das Verhältnis.

Bei schnell wachsenden Startups kann hohe Forderungsdauer den Wert täuschen; Umsatz ist gebucht, Zahlungsmittel fehlen aber trotzdem für Löhne, Miete und Steuern.

Supplier-Finance- oder Reverse-Factoring-Programme können kurzfristige Verbindlichkeiten wirtschaftlich verändern; ohne Zusatzangaben wird Liquiditätsrisiko im Current Ratio leicht unterschätzt.

Bilanzierungsregeln zur Abgrenzung von kurzfristig und langfristig beeinflussen die Kennzahl direkt; schon Umklassifizierungen können den Wert merklich verschieben.

Für SaaS-Startups ist die Burn Rate oft aussagekräftiger als der Current Ratio, weil vorausbezahlte Umsätze Liquidität stärken, aber Verbindlichkeiten erhöhen.

Praxisnah ist ein Blick auf den monatlichen Cash Runway neben der Kennzahl; so werden saisonale Ausschläge und einmalige Bilanzstichtagseffekte entschärft.

Ein sehr hoher Wert kann auf unproduktives Working Capital hindeuten, etwa schwache Lagerumschläge, langsame Einzüge oder nicht eingesetzte Finanzierungsrundenmittel.

Warum ist der Current Ratio wichtig für Investoren?

Für Investoren ist dieser Wert ein Signal für die kurzfristige finanzielle Gesundheit eines Unternehmens. Startups mit einem soliden Current Ratio sind in der Regel weniger risikobehaftet. Niemand will Geld in ein Unternehmen stecken, das kurz vor der Pleite steht, oder? Ein Current Ratio von unter 1 zeigt an, dass das Unternehmen mehr Schulden als Vermögenswerte hat, was einen tiefen Einblick in die Liquiditätsprobleme gibt.

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Gibt es einen Idealwert für den Current Ratio?

Viele sagen, ein Wert zwischen 1,5 und 3 sei optimal. Aber Achtung: Ein hoher Current Ratio kann auch bedeuten, dass das Unternehmen sein Kapital ineffizient einsetzt. Zu viel Bargeld auf der hohen Kante kann ebenso negativ sein wie zu wenig. Extreme Werte nach unten oder oben sollten daher immer kritisch hinterfragt werden.

Was ist der Unterschied zu anderen Liquiditätskennzahlen?

Anders als das Quick Ratio, das keine Vorräte einbezieht, berücksichtigt der Current Ratio sämtliche kurzfristigen Vermögenswerte. Dadurch bietet er einen etwas umfassenderen, wenn auch weniger konservativen, Blick auf die Liquidität. Beim Cash Ratio geht es noch enger zu: Hier zählen nur Bargeld und kurzfristige Investments. Man könnte sagen, der Current Ratio ist der „gesellige“ Bruder in der Familie der Liquiditätskennzahlen.

Welche Rolle spielt der Current Ratio speziell bei Startup-Investments?

Bei Startups schaut man oft besonders auf den Current Ratio. Junge Unternehmen müssen flexibel sein und schnell auf Marktveränderungen reagieren können. Ein gesundes Verhältnis von Vermögenswerten zu Verbindlichkeiten ist dafür essenziell. Ein guter Current Ratio kann auch ein Zeichen dafür sein, dass das Startup klug mit seinen Ressourcen umgeht – ein echter Pluspunkt für jeden Investor.

Welche Limitationen hat der Current Ratio?

Nicht alle Vermögenswerte sind gleich. Der Wert kann durch schwer verkäufliche Waren oder zweifelhafte Forderungen aufgebläht werden. Auch saisonale Schwankungen in der Branche können den Current Ratio verzerren. Besser also, diesen Wert im Kontext zu betrachten und nicht als alleinigen Gradmesser für die Unternehmensgesundheit.

Danach wird auch oft gesucht:

Liquiditätsgrad, Quick Ratio, Cash Ratio, Working Capital, Bilanzanalyse, Finanzkennzahlen, Rentabilitätskennziffern, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalquote, Verschuldungsgrad

Joel Burghardt & Marcel Schorr

Joel Burghardt ist SEO-Experte mit Fokus auf schnelle Umsetzung und skalierbare Wachstumsstrategien. Marcel Schorr bringt umfangreiche Erfahrung in der Unternehmensentwicklung, im (IT-) Projektmanagement und in der Führung interdisziplinärer Teams mit.

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