Was ist ein Drag-Along Right?

Joel Burghardt & Marcel Schorr

Wenn du in Startups investieren willst, gibt es einige Begriffe, die du definitiv kennen solltest. Einer davon ist „Drag-Along Right“. Klingt erstmal wie ein Fachbegriff aus der Märchenwelt, hat aber tatsächlich eine wichtige Bedeutung im Investmentbereich.

Wie funktioniert ein Drag-Along Right?

Das Drag-Along Right, auch als „Mitziehrecht“ bekannt, gibt Mehrheitsgesellschaftern die Möglichkeit, Minderheitsgesellschafter zu zwingen, ihre Anteile zu verkaufen, wenn ein Drittanbieter das gesamte Unternehmen kaufen will. Einfacher gesagt: Wenn du in ein Startup investiert hast und die Mehrheitseigner das Unternehmen verkaufen wollen, kannst du gezwungen werden, mitzugehen. Ohne dieses Recht könnte ein Minderheitsgesellschafter den Verkauf blockieren oder den Prozess verlangsamen.

Ergänzende Informationen zum Thema

Neben Mitziehrechten ist vor allem wichtig, welche Auslöseschwelle im Vertrag steht, weil Drag-Along-Klauseln oft erst ab einer klar definierten Mehrheit gelten und genau daran spätere Streitigkeiten hängen. Häufig unterschätzt wird auch die Gleichbehandlungspflicht: Minderheitsgesellschafter sollten vertraglich absichern, dass sie beim erzwungenen Verkauf wirtschaftlich nicht schlechter gestellt werden als die Mehrheitsseite. Ein zentrales Risiko sind unterschiedliche Anteilsklassen mit Sonderrechten, weil Drag-Along-Regelungen ohne saubere Abstimmung mit Liquidationspräferenzen oder Vetorechten zu widersprüchlichen Ergebnissen führen können. Praktisch relevant ist außerdem, ob die Klausel nur für einen Share Deal gilt oder auch bei Umstrukturierungen, Verschmelzungen oder Asset Deals greift, da sonst Umgehungs- oder Auslegungslücken entstehen. Ein häufiger Fehler in Beteiligungsverträgen ist, Verfahrensfragen zu knapp zu regeln, etwa Informationsfristen, Vollmachtsmechanik, Haftungsobergrenzen und die Verteilung von Transaktionskosten. Als Alternative zur harten Mitziehklausel werden teils weichere Modelle genutzt, bei denen qualifizierte Mehrheiten, Mindestpreise oder Zustimmungsvorbehalte bestimmte Minderheitenschutzstandards sichern. In grenzüberschreitenden Startup-Finanzierungen steigt zudem die Bedeutung sauberer Rechtswahl- und Vollstreckungsregeln, weil die praktische Durchsetzung eines Drag-Along im Exit stark von Gesellschaftsstatut und Vertragsstruktur abhängt.

Warum gibt es Drag-Along Rights?

Diese Rechte existieren vor allem, um Transaktionen zu vereinfachen und zu beschleunigen. Investoren möchten vermeiden, dass einige wenige Anteilseigner den Verkauf eines Unternehmens blockieren können. Du musst dir vorstellen, dass bei Startups oft Schnelligkeit gefragt ist. Wenn ein attraktives Übernahmeangebot auf dem Tisch liegt, sollte es nicht an einem kleinen Prozentsatz der Anteilseigner scheitern.

Joel und Marcel
Drive Innovation Logo White
Starte mit uns durch!

Gemeinsam bringen wir dein Startup auf das nächste Level.

Was sind die Vorteile von Drag-Along Rights?

Für Mehrheitsgesellschafter ist das ein klarer Vorteil: Sie können frei über den Verkauf des Unternehmens entscheiden, ohne sich Sorgen um Widerstände machen zu müssen. Für dich als Anleger kann das auf den ersten Blick nachteilig wirken, aber es hat auch seine guten Seiten. Wenn ein Verkauf zustande kommt, profitierst du ebenfalls von der Gelegenheit, möglicherweise zu einem attraktiven Preis auszusteigen. Ansonsten könnte dein Anteil unverkäuflich bleiben, wenn sich das Unternehmen nicht so weiterentwickelt wie erhofft.

Gibt es auch Nachteile?

Klar, Drag-Along Rights sind kein Allheilmittel. Sie können Nachteile haben, vor allem wenn du als Minderheitsgesellschafter nicht die Kontrolle über den Zeitpunkt und die Konditionen des Verkaufs hast. Du musst also darauf vertrauen, dass die Mehrheitsgesellschafter im besten Interesse aller handeln. Hier ist also Freundschaft gefragt – oder zumindest ein gesundes Maß an Vertrauen.

Wie unterscheidet sich das von einem Tag-Along Right?

Gute Frage, denn die Begriffe klingen ziemlich ähnlich, haben aber unterschiedliche Bedeutungen. Ein Tag-Along Right, auch „Mitverkaufsrecht“ genannt, gibt Minderheitsgesellschaftern die Möglichkeit, ihre Anteile zu denselben Bedingungen zu verkaufen wie die Mehrheitsgesellschafter. In diesem Fall kannst du also mitziehen, wenn jemand anders verkauft. Das Drag-Along Right zwingt dich hingegen dazu.

Wir wollen nicht sagen „achte darauf“, aber bei einem Investmentvertrag solltest du die Unterschiede dieser Rechte kennen und verstehen, wie sie sich auf deine Investmentstrategie auswirken könnten. Kurze Sätze, viel Information, wenig Blabla – das ist unser Stil.

Danach wird auch oft gesucht:

Tag-Along Right, Liquidation Preference, Vesting, Convertible Note, Cap Table, Equity Financing, Pre-Money Valuation, Post-Money Valuation, Dilution, Due Diligence, Exit Strategy, Preferred Shares, Common Shares, Term Sheet, Founders Agreement

Joel Burghardt & Marcel Schorr

Joel Burghardt ist SEO-Experte mit Fokus auf schnelle Umsetzung und skalierbare Wachstumsstrategien. Marcel Schorr bringt umfangreiche Erfahrung in der Unternehmensentwicklung, im (IT-) Projektmanagement und in der Führung interdisziplinärer Teams mit.

Gemeinsam bieten wir Startups Kapital, praxisnahe Unterstützung und wertvolle Netzwerke für nachhaltigen Erfolg.

Drive Innovatio Logo Black
Founder der
DRIVE Ventures GmbH