Was ist General Solicitation?

Joel Burghardt & Marcel Schorr

Startup-Investments können faszinierend und lukrativ sein, aber es gibt Fachbegriffe, die man verstehen sollte, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Einer dieser Begriffe ist „General Solicitation“. Doch was bedeutet das genau und warum sollte man als Investor in Deutschland darauf achten? Dieser Glossareintrag gibt Ihnen einen klaren Einblick.

Wie definiert man General Solicitation?

General Solicitation bezieht sich auf die öffentliche Ausschreibung oder Förderung von Investitionsmöglichkeiten ohne Einschränkung des Publikums. Wenn ein Startup etwa eine Anzeige in sozialen Medien schaltet oder auf einer öffentlichen Veranstaltung Investoren anspricht, handelt es sich um General Solicitation. Diese Praxis ermöglicht es Unternehmen, ein breiteres Publikum zu erreichen und mehr potenzielle Investoren anzulocken. Andererseits unterliegt sie strengen regulatorischen Vorgaben, insbesondere im Rahmen des US-amerikanischen Securities Act von 1933, der die öffentliche Werbung stärker regelt als die private.

Ergänzende Informationen zum Thema
  • Bei Wertpapieren kann ein öffentliches Angebot prospektfrei bleiben, wenn es je EWR-Staat an weniger als 150 Nicht-Profiinvestoren gerichtet ist.
  • Für öffentliche Wertpapierangebote bis 8 Millionen Euro kann statt Prospekt ein Wertpapier-Informationsblatt genügen; bei Vermögensanlagen liegt die Schwelle bei 6 Millionen Euro.
  • Ein in einem EWR-Staat gebilligter Wertpapierprospekt kann EU-weit genutzt werden; grenzüberschreitende Ansprache scheitert daher oft eher an Vertriebs- als Prospektregeln.
  • Crowdfunding ist eine regulierte Alternative: EU-weit gilt ein einheitliches Regime für investment- und kreditbasiertes Crowdfunding über lizenzierte Plattformen.
  • Bei Vermögensanlagen mit öffentlicher Werbung müssen Pflichtwarnungen zur Rendite und Hinweise auf den Verkaufsprospekt in der Werbung enthalten sein.
  • Ein häufiger Fehler ist die Annahme, Social-Media-Reichweite sei rechtlich neutral; schon Online-Kommunikation kann als öffentliches Angebot oder Werbung qualifizieren.
  • Für Krypto-Finanzierungen gelten seit MiCA eigene Werberegeln; Marketing muss klar erkennbar, fair und mit Hinweis auf das Whitepaper versehen sein.

Ist General Solicitation in Deutschland erlaubt?

In Deutschland gibt es klare Grenzen für General Solicitation im Bereich von Finanzinvestitionen. Deutsche Regulierungsbehörden, wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), legen fest, dass nur bestimmte qualifizierte Investoren gezielt angesprochen werden dürfen. Öffentlichkeitswerbung ist stark eingeschränkt. Nichtbeachtung kann empfindliche Strafen nach sich ziehen. In bestimmten Fällen sind Investments in Startups ohne öffentliche Werbung möglich – eher durch private Platzierungen und Netzwerke von Business Angels oder Venture-Capital-Fonds.

Joel und Marcel
DRIVE Ventures Logo
Starte mit uns durch!

Gemeinsam bringen wir dein Startup auf das nächste Level.

Warum ist General Solicitation für Startups attraktiv?

Einer der größten Vorteile von General Solicitation ist die Möglichkeit für Startups, Kapital effizienter und ohne Vermittler zu akquirieren. Durch öffentliche Kampagnen können Startups eine größere Anzahl von potenziellen Investoren erreichen und so ihre Chancen auf Finanzierung erhöhen. Gerade in der Anfangsphase, in der jedes bittere Investment-Feedback zählt, kann das breite Spektrum an Meinungen und Interessen einen entscheidenden Vorteil bieten.

Gibt es Risiken bei General Solicitation?

Ja, einige erhebliche Risiken sind zu beachten. Öffentliche Werbung kann regulatorische Fallstricke bedeuten, darunter auch die Gefahr von Betrugsvorwürfen oder Verwaltungsstrafen. Für Investoren ist es ebenfalls riskant, da öffentlich beworbene Investitionen oft wenig überprüfbar sind. Transparenz ist ein Muss; nicht jede Investitionsmöglichkeit ist so lukrativ wie sie scheint. Auch kann es zur Verwässerung der Anteile derzeitiger Investoren kommen, wenn neue Investoren angelockt werden.

Wie unterscheidet sich General Solicitation von Private Placements?

Private Placements und General Solicitations sind nicht dasselbe. Bei Private Placements wird ausschließlich ein begrenzter Kreis finanzkräftiger und erfahrener Investoren angesprochen – meist hinter geschlossenen Türen und ohne öffentliche Werbung. Das senkt die regulatorischen Anforderungen und erhöht oft die Seriösität und Kontrolle über die Beteiligten. Im Vergleich dazu geht die General Solicitation einen öffentlichkeitswirksamen Weg und zielt eher auf Masse als Klasse.

Welche Best Practices gibt es für Startups bei General Solicitation?

Erfolgreiche General Solicitations erfordern eine klare Strategie, ehrliche Kommunikation und mindestens rechtliche Beratung. Hier einige Best Practices:

  • Transparente Infos: Offenlegung aller relevanten Informationen zum Investment.
  • Compliance Sicherstellen: Vermeidung von Rechtsverstößen durch Beratung durch erfahrene Anwälte.
  • Zielgruppenfokussiert: Ansprache der richtigen Zielgruppe, um Streuverluste zu minimieren.

Auch das Timing spielt eine Rolle; Timing der Marketingstrategie kann den Unterschied machen zwischen erfolgreicher Geldbeschaffung und Misserfolg.

Danach wird auch oft gesucht:

Private Platzierung, BaFin-Regelungen, Crowdfunding, Venture Capital, Seed Finanzierung, Business Angels, Startup-Finanzierung, Wertpapierprospekt, Due Diligence, Equity Crowdfunding

Joel Burghardt & Marcel Schorr

Joel Burghardt ist SEO-Experte mit Fokus auf schnelle Umsetzung und skalierbare Wachstumsstrategien. Marcel Schorr bringt umfangreiche Erfahrung in der Unternehmensentwicklung, im (IT-) Projektmanagement und in der Führung interdisziplinärer Teams mit.

Gemeinsam bieten wir Startups Kapital, praxisnahe Unterstützung und wertvolle Netzwerke für nachhaltigen Erfolg.

DRIVE Ventures Logo
Founder der
DRIVE Ventures GmbH