Was ist Dual Use?

Joel Burghardt & Marcel Schorr

Der Begriff Dual Use beschreibt Technologien, Produkte oder Strategien, die sowohl in kommerziellen als auch in mission- oder regierungsorientierten Anwendungen genutzt werden können. Diese flexible Nutzung ermöglicht es, einen breiten Markt zu adressieren, indem sowohl private Unternehmen als auch staatliche Institutionen als Zielgruppen bedient werden. Besonders in Branchen wie Verteidigung, öffentliche Sicherheit oder Gesundheitswesen ist dieses Konzept zentral.

Wie wird der Begriff Dual Use definiert?

Dual Use bezeichnet Technologien, die ursprünglich für kommerzielle Zwecke entwickelt wurden, aber auch in sicherheits- oder regierungsrelevanten Bereichen Anwendung finden können – oder umgekehrt. Ein klassisches Beispiel ist der Einsatz von Drohnen: Sie dienen in der Landwirtschaft zur Überwachung von Feldern, finden aber auch im militärischen Bereich Verwendung, etwa zur Überwachung oder Lieferung von Hilfsgütern.

Ein aktuelles Beispiel aus Deutschland wär ARX Robotics.

Ergänzende Informationen zum Thema
  • Die EU aktualisierte 2025 ihre Dual-Use-Kontrollliste; Produktklassifizierung und Exportprüfung müssen deshalb regelmäßig nach Annex-I-Änderungen nachgezogen werden.

  • Neue EU-Regeln zur Investitionsprüfung erfassen 2026 ausdrücklich Dual-Use- und kritische Technologien; Finanzierungsrunden können dadurch zusätzliche Freigaben auslösen.

  • Ein Kernrisiko liegt in Exportkontrollen für Software, KI und Forschungsergebnisse; auch immaterielle Transfers an Auslandsstandorte oder Partner sind prüfpflichtig.

  • OECD bewertet KI und Quantentechnologien als besonders dual-use-sensibel, wegen Missbrauchsrisiken wie Desinformation, Überwachung und Kryptografie-Brüchen.

  • NATO verschiebt den Trend von Prototypen zu beschaffbaren Lösungen; für Startups steigt damit der Druck auf Skalierbarkeit, Interoperabilität und Nachweis realer Einsatzreife.

  • Häufiger Fehler: Marktchancen vor Compliance priorisieren; ohne frühe ECCN-/Güterlistenprüfung, Endverbleibskontrolle und Partner-Screening entstehen vermeidbare Vertriebsstopps.

  • Eine praktikable Alternative zur breiten Dual-Use-Positionierung ist „dual-use-by-design“: Governance, Dokumentation und Sicherheitsanforderungen schon in die Produktentwicklung einbauen.

Welche Vorteile bietet Dual Use?

  • Erweiterte Marktchancen: Startups und Unternehmen können gleichzeitig zwei Märkte erschließen – kommerzielle und mission-orientierte.
  • Finanzielle Diversifizierung: Durch den Zugang zu Fördermitteln aus dem öffentlichen Sektor können Unternehmen finanzielle Ressourcen sichern, die oft weniger risikobehaftet sind als private Investitionen.
  • Innovationsförderung: Der Austausch zwischen kommerziellen und staatlichen Anwendungen treibt oft die Entwicklung neuer Technologien voran, da unterschiedliche Anforderungen berücksichtigt werden.
Joel und Marcel
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Gibt es Herausforderungen bei Dual Use?

Ja, insbesondere wenn Unternehmen sowohl kommerzielle als auch staatliche Kunden bedienen. Unterschiedliche Anforderungen, lange Vergabeprozesse in der öffentlichen Verwaltung oder rechtliche Auflagen können die Umsetzung erschweren. Zudem besteht das Risiko, sich zu stark auf eine der beiden Zielgruppen zu konzentrieren und damit das Geschäftsmodell zu gefährden.

Wie unterscheidet sich Dual Use von rein kommerziellen Technologien?

Rein kommerzielle Technologien zielen ausschließlich auf private Märkte ab, während Dual Use Technologien explizit für beide Bereiche entwickelt werden. Dabei erfordert Dual Use oft zusätzliche Anpassungen, um den strengen Standards und Regularien von Regierungs- oder Sicherheitsbehörden gerecht zu werden.

Was ist das Dual-Use Readiness Model?

Das Dual-Use Readiness Model wurde von Forschern am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt, um Unternehmen zu helfen, eine erfolgreiche Dual-Use-Strategie zu entwickeln. Es bewertet fünf Schlüsselbereiche:

  1. Commercialization Funding: Fähigkeit, kommerzielle Finanzierung zu sichern.
  2. Commercial Customers: Aufbau von Beziehungen zu privaten Kunden.
  3. Mission Funding: Zugang zu nicht-verwässernder Finanzierung, z. B. staatliche Zuschüsse.
  4. Mission Customers: Aufbau von Beziehungen zu Regierungsbehörden.
  5. Technology Readiness Level (TRL): Bewertung des technologischen Entwicklungsstands.

Wie können Startups von einer Dual-Use-Strategie profitieren?

Startups profitieren, indem sie ihre Technologien flexibel positionieren und sowohl öffentliche als auch private Mittel nutzen. Zum Beispiel könnte eine KI-Software, die ursprünglich für den Handel entwickelt wurde, auch für Verteidigungsanwendungen modifiziert werden. Dies erhöht nicht nur die Reichweite, sondern minimiert auch Risiken, die mit der Abhängigkeit von nur einem Markt verbunden sind.

Danach wird auch oft gesucht:

Dual-Use-Technologien, militärische Innovationen, kommerzielle Fördermittel, Startups und öffentliche Beschaffung, Technologie-Reifegrade, Förderprogramme für Startups, Mission-orientierte Geschäftsmodelle, TRL (Technology Readiness Level), staatliche Finanzierung.

Joel Burghardt & Marcel Schorr

Joel Burghardt ist SEO-Experte mit Fokus auf schnelle Umsetzung und skalierbare Wachstumsstrategien. Marcel Schorr bringt umfangreiche Erfahrung in der Unternehmensentwicklung, im (IT-) Projektmanagement und in der Führung interdisziplinärer Teams mit.

Gemeinsam bieten wir Startups Kapital, praxisnahe Unterstützung und wertvolle Netzwerke für nachhaltigen Erfolg.

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Founder der
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