Was ist ein Side Letter?

Joel Burghardt & Marcel Schorr

In der Welt der Startup-Investitionen stolpern viele über den Begriff „Side Letter“. Doch was genau hat es mit diesem mysteriösen Dokument auf sich? Zumindest keine abenteuerliche Lovestory. Vielmehr verbergen sich dahinter oft entscheidende Details für Investoren und Gründer.

Was beinhaltet ein Side Letter?

Ein Side Letter ist im Grundsatz eine zusätzliche Vereinbarung zu einem Hauptvertrag. In der Startup-Investment-Welt kommen solche Briefe häufig zur Anwendung, um spezielle Bedingungen oder Rechte zu regeln, die nicht im Hauptvertrag festgehalten werden. Man denke etwa an zusätzliche Informationsrechte oder gesonderte Mitspracherechte für bestimmte Anleger. Keine Lust, dass alle Mitinvestoren gleichberechtigt sind? Ein Side Letter kann das regeln.

Ergänzende Informationen zum Thema
  • In US-Deals prüfen ausländische Investoren Sonderrechte genauer; erweiterte Informationsrechte in Side Letters können CFIUS-Themen auslösen.
  • Für SBIC-nahe Fonds brauchen Side Letters oft ausdrückliche Ermächtigung im Fondsvertrag und vorab behördliche Genehmigung.
  • Ein Most-Favored-Nation-Right kann Side-Letter-Zusagen auf weitere Investoren ausdehnen und Verhandlungsvorteile ungewollt vervielfachen.
  • Venture Debt ist 2026 wieder präsent; Side Letters konkurrieren daher häufiger mit Kredit-Covenants als Instrument für Zusatzschutz.
  • Im AI-Finanzierungsmarkt verschiebt starker Wettbewerbsdruck Governance-Klauseln zugunsten von Gründern; individuelle Investorensonderrechte werden schwerer durchsetzbar.
  • Kalifornische VC-Reporterpflichten erhöhen den operativen Aufwand; zusätzliche Side-Letter-Informationspflichten können Datenerhebung und Compliance verteuern.

Warum sind Side Letter wichtig?

Startups und Investoren nutzen Side Letter vor allem, um individualisierte Vereinbarungen festzuhalten. Typischerweise gehen VC-Investoren auf diese Art sicher, dass sie etwa spezielle Reporting-Standards oder bevorzugte Liquiditätsrechte erhalten. Auf diese Weise haben sie die Nase vorn, wenn es mal brenzlig wird. Gerade bei internationalen Investments wird dieser Vertragspart gern gesehen, um nationale Unterschiede unkompliziert zu regeln.

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Wie unterscheiden sich Side Letter von Hauptverträgen?

Ein Side Letter ist keinesfalls nur eine Kurzversion des Hauptvertrags, vielmehr ergänzt er diesen um spezifische Details. Während im Hauptvertrag allgemeine Geschäftsbedingungen und grundlegende Investitionsrahmen festgelegt sind, wird im Side Letter das Kleingedruckte verhandelt. Es ist, als ob man sich den Keks schnappt, und dann im Side Letter das Sahnehäubchen obendrauf setzt. Manche Side Letters beinhalten sogar streng vertrauliche Informationen, die nicht im breiten Hauptvertrag stehen sollen.

Welche Risiken gibt es bei Side Lettern?

Geheimniskrämerei kann schnell nach hinten losgehen. Während ein Investor sich gern spezielle Vorzüge zusichern lässt, kann dies für andere Investoren zu Konflikten führen, wenn unterschiedliche Spielregeln gelten. Zudem besteht das Risiko rechtlicher Grauzonen, wenn Side Letter unklare oder widersprüchliche Formulierungen aufweisen. Auch ist darauf zu achten, dass die Bedingungen nicht im Widerspruch zu anderen vertraglichen Vereinbarungen stehen.

Wann sollte man einen Side Letter nutzen?

Ein Side Letter kommt dann zum Einsatz, wenn der übliche Rahmenvertrag nicht alle Bedürfnisse abdeckt. Investoren, die etwa bevorzugte Informationsrechte oder spezielle Exit-Klauseln verankern wollen, greifen gern auf diesen Zusatzbrief zurück. Ebenso kann er hilfreich sein, um langfristige Commitments oder zukünftige Investitionsoptionen festzulegen – ganz nach dem Motto: „Was dich morgen interessiert, klären wir schon heute.“

Danach wird auch oft gesucht:

Preference Shares, Liquidationspräferenz, Vesting, Term Sheet, Due Diligence, Clawback, Convertible Note, Cap Table

Joel Burghardt & Marcel Schorr

Joel Burghardt ist SEO-Experte mit Fokus auf schnelle Umsetzung und skalierbare Wachstumsstrategien. Marcel Schorr bringt umfangreiche Erfahrung in der Unternehmensentwicklung, im (IT-) Projektmanagement und in der Führung interdisziplinärer Teams mit.

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Founder der
DRIVE Ventures GmbH