Was ist Financing-out?

Joel Burghardt & Marcel Schorr

Financing-out, ein Begriff der möglicherweise nicht jedem sofort geläufig ist, spielt eine entscheidende Rolle im Bereich der Startup-Investitionen und Finanzierung. Auf Investment-Plattformen, insbesondere im deutschen Raum, taucht dieser Begriff oft auf, weshalb wir einen genaueren Blick darauf werfen.

Was bedeutet Financing-out konkret?

Financing-out bezeichnet im Wesentlichen den Ausstieg von Investoren aus einem Startup. Nach mehreren Investmentrunden und einer bestimmten Wachstumsphase ziehen sich Investoren zurück und realisieren ihre Gewinne. Das bedeutet, sie verkaufen ihre Anteile am Unternehmen und schaffen Platz für neue Investoren oder Aktionäre. Für die ursprünglichen Investoren ist dies oft der Lohn für ihr frühes Risiko und Engagement.

Ergänzende Informationen zum Thema

Financing-out scheitert oft nicht am Käuferinteresse, sondern an Liquidationspräferenzen, Verwässerungsschutz und Vesting-Klauseln im Beteiligungsvertrag.

Sekundärverkäufe gewinnen als Alternative zum klassischen Exit an Bedeutung, weil Startups länger privat bleiben und frühe Investoren trotzdem Liquidität suchen.

In Deutschland bleibt das IPO-Fenster für VC-finanzierte Startups schwach; Verkäufe an Strategen oder Finanzinvestoren dominieren den tatsächlichen Ausstieg.

Große Finanzierungsrunden konzentrieren Kapital auf wenige spätere Wachstumsfirmen; für kleinere Startups verschlechtert das die Anschlussfinanzierung und damit Exit-Chancen.

Ein häufiger Fehler ist fehlende Cap-Table-Bereinigung vor dem Verkauf; viele Kleinbeteiligte, ESOP-Themen oder Wandeldarlehen verzögern Transaktionen erheblich.

Bei Anteilsverkäufen können Prospekt-, Angebots- und Informationspflichten relevant werden, besonders wenn Beteiligungen breit öffentlich vertrieben oder strukturiert weiterverkauft werden.

Venture Debt wird häufiger als Überbrückungsinstrument genutzt, erhöht vor einem Financing-out aber den Druck auf Cashflows, Covenants und Rangfolgen im Erlösfall.

Welche Formen des Financing-out gibt es?

Es gibt verschiedene Strategien und Ansätze für das Financing-out. Am bekanntesten sind wohl der Börsengang (IPO) und der Trade Sale.

  • Börsengang (IPO): Hierbei erfolgt der Verkauf der Anteile über den öffentlichen Aktienmarkt. Diese Methode ist besonders attraktiv, wenn das Unternehmen stark gewachsen ist und ein hohes öffentliches Interesse besteht.
  • Trade Sale: Hierbei verkaufen die Investoren ihre Anteile direkt an ein anderes Unternehmen. Dies kann entweder ein Wettbewerber oder ein Unternehmen aus einer verwandten Branche sein, das seine Position stärken möchte.
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Warum ist Financing-out wichtig für Investoren?

Investoren setzen meist auf hohe Renditen. Financing-out ermöglicht ihnen, ihre Kapitalgewinne zu realisieren und gleichzeitig Risiken zu minimieren. Frühphasen-Investoren, die anfänglich ein deutlich höheres Risiko eingegangen sind, können somit ihren Gewinn ernten. Das ist nicht nur gut für ihre Bilanzen, sondern oft auch entscheidend für den weiteren Erfolg und die Finanzierungsstrategie des Unternehmens.

Wie wirkt sich Financing-out auf das Unternehmen aus?

Für das Unternehmen hat Financing-out mehrere Implikationen. Einerseits kann der Einstieg neuer Investoren frisches Kapital und neue Impulse bedeuten. Andererseits könnte der Abgang erfahrener und strategischer Investoren eine Herausforderung darstellen, wenn die neuen Investoren nicht die gleiche Expertise und Leidenschaft mitbringen. Es ist daher wichtig, diesen Prozess gut zu managen und im besten Interesse des Unternehmens zu handhaben.

Wie unterscheidet sich Financing-out von Exit?

Beide Begriffe klingen ähnlich, haben aber unterschiedliche Nuancen. Ein Exit bezieht sich auf das Beenden eines Engagements in einem Unternehmen, unabhängig von der Methode. Ein Financing-out ist spezifischer und betont den Aspekt des finanziellen Ausstiegs durch den Verkauf von Anteilen. Während ein Exit auch den Verkauf eines Unternehmens an sich umfassen könnte, ist Financing-out meistens auf den Anteilseignerschaft und die Kapitalstruktur fokussiert.

Welche Risiken und Herausforderungen gibt es beim Financing-out?

Financing-out ist nicht ohne Risiken. Marktbedingungen können sich ändern, was die Verkaufsaussichten beeinträchtigen kann. Der Zeitpunkt muss also gut gewählt sein, um maximale Gewinne zu erzielen. Außerdem können psychologische Faktoren eine Rolle spielen, sowohl für die verbleibenden Gründer als auch für die neuen Investoren. Wer kommt, wer geht, wie wirkt das auf die Dynamik im Unternehmen? Das ist oft eine emotionale Achterbahnfahrt.

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Joel Burghardt & Marcel Schorr

Joel Burghardt ist SEO-Experte mit Fokus auf schnelle Umsetzung und skalierbare Wachstumsstrategien. Marcel Schorr bringt umfangreiche Erfahrung in der Unternehmensentwicklung, im (IT-) Projektmanagement und in der Führung interdisziplinärer Teams mit.

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